Fördern statt Wiederholen, aber richtig!

An Hamburgs Schulen wurde das Sitzenbleiben abgeschafft. Seit Herbst 2011 heißt es in der Hansestadt Fördern statt wiederholen. Schüler, die in einem Fach die Note 5 oder schlechter bekommen, müssen in diesem Fach verpflichtende Nachhilfekurse besuchen. Die Lernförderung ersetzt somit die Wiederholung einer Klassenstufe. Die wichtige Aufgabe der Durchführung von Förderkursen wird in den meisten Fällen geeigneten Eltern, älteren Schülern, Studenten und Pensionären, also Honorarkräften übertragen. Das bedeutet, die Kurse werden ohne organisatorische Einbindung der Honorarkraft in den Schulbetrieb durchgeführt. Die Honorarkraft ist im Rahmen des erteilten Auftrags in der Gestaltung des Ablaufs und beim Einsatz von Lernmitteln und Übungen frei und nicht weisungsgebunden. Mit dem Ergebnis, dass die von den Zeugniskonferenzen empfohlenen Förderkurse in fast drei Viertel aller Fälle verlängert werden, weil bei den Schülern keine notenrelevante Verbesserung eingetreten ist. Was fehlt, ist ein durchgängiges Konzept.

Lernförderung Nord e.V. - Fördern statt Wiederholen - Foto © Woodapple/fotolia.com

Wir glauben, Förderunterricht darf sich nicht von normalem Unterricht unterscheiden. Der Erfolg ist auch hier abhängig von Motivation, Ausbildung und Ausstattung des (Förder)-Lehrers. Unser Ziel ist es, die Qualität der Lernförderung zu verbessern und einheitliche Standards zu etablieren. Wer in einem Fach eine 5 hat, hinkt dem aktuellen Unterricht schon um mindestens ein Jahr hinterher. Weil die Unterrichtsthemen aufeinander aufbauen, muss dieser Stoff nachgeholt werden. Ist ein Schüler einmal in die Lernförderung abgerutscht, ist es mit Hausaufgabenbetreuung und kurzfristigem Pauken für Klassenarbeiten nicht getan. Der Anschluss an den aktuellen Unterricht und ein erfolgreicher Abschluss der Schule sind nur möglich, wenn an den Grundlagen gearbeitet wird und die Wissenslücken geschlossen werden. Zu oft werden Honorarkräfte mit dieser Aufgabe völlig alleine gelassen.

Unser Verein fühlt sich verantwortlich für die Bildung der Kinder. Um das Projekt „Fördern statt Wiederholen“ zu einem Erfolg werden zu lassen, müssen wir aber auch die Förderlehrer unterstützen. Der Verein bietet ein Konzept, das finanziell, inhaltlich und strukturell einheitlich und transparent ist. So ist eine Lernförderung möglich, bei der die Schüler sich nicht nur das Sitzenbleiben sparen, sondern auch ihrem Abschluss näher kommen.